Startseite
  Über...
  Archiv
  Slowakei
  Geschichten
  Gedichte
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren


http://myblog.de/ausverkauf-der-ideale

Gratis bloggen bei
myblog.de





Mireille

Um mich herum verbirgt sich eine Einsamkeit. Das Gefühl nichts zu tun zu haben. Kein Platz, keine Aufgabe, kein Zeichen, kein Verlangen nach Beschäftigung. Gibt es überhaupt Beschäftigungen die sinnvoll erscheinen? Oder sind wir nicht am Leiden des sinnvollen Dasein des Lebens gefesselt? Alle Arbeit die verrichtet wird. Oder denkst du, dass die Arbeit die du verrichtest so sinnvoll ist?

 Weltbewegend, Atemberaubend, offen und würdevoll ? Welchen Zweck erfüllt sie -

 Besiegt sie deine Leere oder die von anderen Menschen? Dann liegt Magie in deinen Händen. Du kannst zaubern. Ein Stück Glück liegt in deinem Dasein. Beginne nicht zu hinterfragen. Denn dann verlierst du automatisch Spaß, Interesse und Glück. Sobald du anfängst zu hinterfragen hat alles vergängliche keinen Sinn mehr und du kannst die Einsamkeit und die Leere, die sich langsam in dir ausbreitet nicht besiegen. Es ist eine Einsamkeit die sich von innen ausbreitet. Schließe die Augen, dann kannst du sie fühlen. Ein unangenehmes Gefühl, dass sich in der Magengegend befindet. Es breitet sich langsam aus. Spinnenartig. Und es bleiben Narben. Verletzt durch die Sinnlosigkeit oder falls du die Magie in den Händen trägst durch das, woran du dein Herz hängst. Vielleicht ist dies eine vergängliche Sache und somit wirst du sie verlieren.

Du wirst verletzbar. Kannst keine Distanz mehr halten. Die Magie geht verloren.

 

Einen kurzen Moment betritt die Leere den Saal. Das schweigen breitet sich in gewunden Linien aus. Weißer rauch, der fast durchsichtig ist. Er zieht an den Säulen hoch, schlängelt sich um sie herum. Und schwebt spiralenförmig weiter bis an die Decke. Das Gebäude ist groß, leer. Ich kann kein Geräusch mehr wahrnehmen. Der Rauch steigt ohne etwas zu sagen und ohne ein Geräusch zu machen bis an die Decke. Oben sammelt er sich. Er zieht sich zusammen. Wird unruhig. Vermischt sich untereinander. Aufgewühlt, schnell. Ich weiß, dass gleich etwas geschehen würde. Gleich wird eine Gestalt aus dem nebeligen Rauch gebildet werden. Und da bildet sich ein Kopf. Der Rauch beruhigt sich und zwei Augen schauen mich direkt an. Ich freue mich, denn an der Decke, zwischen den Säulen kann ich ein Wesen sehen. Ich gebe dem Wesen den Namen Mireille. Ich kann nicht sagen warum. Aber es ist ein Bauchgefühl und diese Worte dringen gewollt durch meine Lippen.

 

Als sie anfängt zu sprechen höre ich eine wunderschöne Stimme. Das Gebäude nimmt den wunderschönen Klang in sich auf. Ich muss daran denken, dass wenn ich im Bad singe auch meine Stimme einen schönen Klang ergibt. Überhaupt kann ich in jedem Lebewesen, dass geboren wird die Hoffnung haben, dass diese Stimme die Welt einmal verzaubern wird. Dann würde sie die Magie in den Händen halten und mir und allen anderen ein Stück Glück entgegenbringen. Ich höre auf zu denken. Ich kann nie aufhören zu denken. Aber ich versuche es. Denn das Denken würde meine Wahrnehmung einschränken, diese wunderbare Stimme voll und ganz in mir aufzunehmen und sie zu spüren. Mein Körper erzittert, als sie zu mir durchdringt. Rote Fäden ziehen sich aus ihrem Mund. Ich kann die Worte nicht nur hören ich kann sie auch sehen. Bei jedem Wort werden die Fäden etwas längern. Sie schlängeln sich vor Mireille zum Boden. Ich stehe auf und fange an mich langsam im Kreis zu drehen mein weißes Gewand fängt an einen silbernen Glanz anzunehmen. Die roten Fäden die aus Mireilles Mund gelangen, spiegeln sich auf meinem Kleid. Ich kann nicht mit meinen Gedanken nicht aufhören. Ich drehe mich weiterhin im Kreis und nehme Mireilles Worte als Musik war. Eine Melodie. Sie verzaubert mich, Ich tanze mit den Spiegelbildern der Fäden. Ich kann von dieser wunderbaren Farbe nicht genug bekommen. Meine Augen leuchten. Die Leere ist vergessen. Ich berühre die Fäden auf meinem Kleid mit meinen Händen. Sie umwinden meine Hände und Arme. Sie sind aus Samt. Doch sie winden sich so schnell um mich herum, dass ich sie immer nur einen kurzen Moment fassen kann. Ich drehe und wende mich. Tanze mit der roten Farbe der Fäden. Ich habe noch nie soviel Glück gespürt. Es fühlt sich an als ob ich die Welt neu entdecke. Alles kleine wird auf einmal so bedeuten. Der Duft einer Blume. Die grüne Farbe der Wiesen. Die Insekten die darin leben. Mit bedeutenden Farben und wohlgeformten Körpern. Ich sehe alles vor mir. Ich nehme die kleinen Dinge der Welt in mir auf. Ich stelle mir vor, dass ein riesengroßes Lebewesen mich auf seiner Hand über die Welt trägt. Ich kann mir alles ansehen. Die Natur und das Leben, dass sich darauf befindet. Ich werde über alles hinweg getragen. Um mich herum verbirgt sich die Melodie der Fäden. Ich packe fest zu und halte jeweils einen Faden in einer Hand. Ich gleite aus der Hand des Riesen und schwebe in die Luft. Richtung Universum.

Der Name, den Menschen sich ausgedacht haben. Ich könnte mir vorstellen, das Mireille dies anders definieren würde. Ich schwebe weit nach oben. Mein Gewicht ist ganz leicht. Ich spüre kaum, dass ich etwas mit meinen Händen tragen muss. Noch einige Meter schwebe ich nach oben und lasse mich in ein Fadenmeer gleiten. Ich werde weich aufgefangen und muss daran denken, dass meine Bettwäsche sich ähnlich anfühlt.

Mireille taucht vor mir auf und ihre bedeutende wohltuende Stimme dringt zu mir vor. Stell dir vor du würdest eine Weile mit in mein Leben kommen. Ich zeige dir das Glück, dass deine Wahrnehmungen und deinen Körper sehr beeinträchtigen kann. Auch auf deiner Welt, wenn du später zu ihr zurückkehren willst. Ich muss ihr nicht antworten, denn sie weiß, dass ich mitkommen werde. Ihr Klang ist so fesseln, als würde sie mich mit ihren tausenden Fäden umhüllen und nicht mehr loslassen. Ich stehe auf und trete langsam auf sie zu. Ich sehe ihre Schönheit. Direkt vor mir. Sie bewegt ihre Lippen und folgende Worte dringen zu mir vor: „Du kannst durch meinen Mund in das Land der Mireille gelangen.“ Sie öffnet ihren bezaubernden Mund und ich halte mich an ihren Zähnen fest um ins innere zu kommen. Es ist anstrengend aber irgendwann schaffe ich es, ein Bein über die Zähne zu schwingen.. Ich blicke ins innere des Mundes. Ich sehe eine tiefe Höhle. Ich spüre den Drang hinein gehen zu müssen. Ich kann Klänge hören. Klänge die an Mireilles Stimme erinnern. Ich laufe darauf zu. Bald gewöhnen sich meine Augen an die Dunkelheit und ich kann Umrisse von Gegenständen erkennen. Ich kann überhaupt keine Müdigkeit spüren. Oft werden meine Glieder schwer und es wird anstrengend den ganzen Körper bewegen zu müssen. Doch jetzt kann ich beschwingt durch das Dunkle laufen. Die Dunkelheit macht mir keine Angst. Ich fühle mich geborgen. Sie umhüllt mich, wie die roten Fäden es zuvor getan haben. Ich fühle mich neugeboren und beginne laut zu Pfeifen. Ich hüpfe durch den Gang, wie ich es schon oft bei Kindern gesehen haben. Es macht unglaublichen Spaß. Am Ende des Gangs kann ich Umrisse von Gestalten erkennen. Ich nehme Musik war. Laute von Trommeln dringen bis zu meinen Ohren. Ich laufe automatisch im Takt der Musik. Erst schwerfällig wie ein sehr großes Tier, danach schnell und beweglich. Je nachdem wie die Musik mich bewegt. Die Landschaft bewegt sich unter meinen Füßen. Ich denke ihr könnt es nicht nachvollziehen. Ihr müsst es selbst erleben. Kommt – hier ist genug Platz für Menschen, die auch ab und zu in eine neue Welt eindringen wollen.

Komm doch - Warum bist du immer noch hier?

 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung